Wenig unterwegs, ÖPNV-Rant und eine Neuauflage des Tankrabatts
Nein, nicht noch ein weiterer »die Spritpreise sind so hoch«-Kommentar, wie er gefühlt überall und täglich zu finden ist. Natürlich sind die aktuellen Preise und die heute ab etwa 17:00 Uhr verkündeten geplanten Maßnahmen zur Senkung der Preise ein Anlass gewesen, wieder ein paar Zeilen zu schreiben.
Aber es geht um mehr. Ich melde mich nach fünf Monaten zurück, in denen einiges passiert ist. Mit dem Motorradfahren hatte es aber nichts zu tun, daher fand es auch nicht den Weg hier in den Blog. Bastelprojekte wie etwa der Anbau eines Berotec Mofessor liegen noch immer auf Eis, es fehlt mir an Zeit hier weiterzukommen. Vielleicht ja jetzt endlich im Herbst? Ein paar Nachweispunkte möchte ich schon noch fürs Passknacken in der Saison anfahren, die 150 Nachweise sind noch immer mein Ziel.
Neue Reifen für die Tiger 800 gab es im Mai 2026, viele Straßen befahren haben sie leider noch nicht.
Was habe ich gemacht? Wie gehe ich mit den aktuellen Kraftstoffpreisen um und was für Alternativen im Alltag habe ich gefunden?
Den letzten Passknackernachweis bin ich am 18. April 2026 gefahren. Tagesaktuell bin ich auf den 169. Platz abgerutscht und natürlich habe ich unverändert nur 113 Nachweise in der aktuellen Saison. Mit dem Motorrad war ich also offensichtlich nicht auf Tagestouren unterwegs. Ich habe die Tiger für jene Fahrten genutzt, welche sich dafür angeboten haben, also wenn ich nichts transportieren musste und nicht allzu weit unterwegs war.
»Alltagsfahrten« bestimmten also den Einsatz der Tiger. Viele Fahrten waren es nicht, zuletzt habe ich im April getankt – und es ist noch immer etwas im Tank. Meine Freizeit war anderweitig »ausgebucht«, ein paar Zeilen dazu weiter unten im heutigen Beitrag unter »In eigener Sache«.
Zurück zum Titelgebenden Thema des heutigen Beitrags. Während andere mit ihren PKW in der Regel nur wenig bis keinen großen Unterschied auf 100 km im Geldbeutel bemerken, sieht es bei mir deutlich anders aus.
Mein Ford Ranger, angeschafft wenige Wochen vor dem Angriffskrieg gegen die Ukraine, konsumiert ziemlich genau 10 Liter Diesel auf 100 km. Zum ersten Mal betankt hatte ich ihn am 3. März 2022 – für »günstige« 1,559 Euro. Obligatorische Quarantäne wegen positiven Coronatests (Beginn der Omikron-Dominanzwelle) war noch ein sehr präsentes Thema – es wirkt alles irgendwie schon sehr weit in einer schon etwas verschwommenen Vergangenheit. Über Corona schreibt niemand mehr, über neue Rekorde bei den Kraftstoffpreisen dafür viele.
Mit der Tiger fahre ich nicht nur mit etwa dem halben Kraftstoffverbrauch, sondern tagesaktuell pro Liter auch etwa 26 Cent günstiger. Als ich den Ranger gekauft hatte, war er bei den Kraftstoffkosten geringfügig günstiger als mein Astra J Turbo mit 103 kW, den ich zuvor als Hauptfahrzeug hatte. Die Rechnung ging irgendwie danach nicht mehr auf. 🙄
Der ÖPNV ist für mich leider keine wirkliche Alternative. Ich nutze ihn nur dann, wenn es nicht anders geht. Denn eigentlich gibt es immer etwas zu transportieren. Deutschlandticket habe ich keins, denn es würde sich bei mir nicht wirklich rechnen.
Bleiben noch Einzelfahrscheine und »Tagestickets«. Für die Strecke, die ich gelegentlich fahre, sind es 7,70 Euro für eine einzelne Fahrt – mit Rabatt per App, welche manchmal nicht funktioniert, ansonsten sind es 8,40 Euro.
Das Tagesticket kostet exakt zwei Mal den rabattierten App-Preis. Somit wären es 15,40 Euro hin und zurück, denn es gibt keinen Rabatt für das Tagesticket. Mit dem Ranger wären es etwa 17,00 Euro bei 2,42 Euro für den Liter Diesel, mit der Tiger wären es (tagesaktuell bei 2,16 Euro für den Liter E10) etwa 7,50 Euro für die gleiche Strecke.
Auf dem Motorrad kann ich allerdings nicht viel transportieren, per ÖPNV im Zug mit 12 Litern Milch im Pappkarton ist es auch nicht viel besser – spätestens beim Umsteigen. 😁
Okay, ich kaufe auch nicht bei jeder Fahrt 12 Liter Milch. Dafür fahren Tiger und Ranger auch nicht nur alle 60 oder 120 Minuten und benötigen für die Strecke keine 40–60 Minuten sondern eher 20–30 Minuten.
Was mich aber schon wieder ärgert und weshalb ich den ÖPNV nicht mag: Ich habe nächste Woche einen Termin. Für 7,70 Euro (einfach) könnte ich aktuell das volle »Erlebnispaket-ÖPNV« buchen. Ich muss für eine Strecke von etwa 30 km regulär bereits dreimal Umsteigen einplanen, habe einmal dafür immerhin entspannte acht Minuten Zeit, woanders sogar ganze 46 Minuten Aufenthalt. Insgesamt dauert die Fahrt 110 Minuten. Kostenfrei habe ich die Option »SEV« mit drin, also zwei zusätzliche Umsteige-Events für den Schienenersatzverkehr. Ich würde um 8:57 Uhr ankommen.
Leider kann ich dieses ÖPNV-Survival-Event-Paket aber gar nicht gebrauchen, denn mein Termin ist um 8:30 Uhr morgens. Ich müsste daher am Vortag um 18:07 Uhr losfahren und würde um 19:57 Uhr ankommen. Zwischendurch wieder diese 46 Minuten Aufenthalt. Meinen Termin um 8:30 Uhr kann ich dann aber ganz sicher wahrnehmen, denn ich muss ja nur die etwa 23 Stunden vor der Türe sitzen und warten. 🙄
Vor 07:07 Uhr fährt kein Bus mehr, der letzte Bus fährt um 18:07 Uhr ab. Ich glaube jetzt kann mein Frust bezüglich des ÖPNV nachvollzogen werden?
Der Ranger beziehungsweise »ein Fahrzeug mit festem Dach und etwas Kofferraum« (denn das würde schon reichen) ist für mich daher eigentlich alternativlos. ÖPNV im ländlichen Raum ist noch immer eine Herausforderung und wenn man kein Deutschlandticket hat auch nur geringfügig günstiger. Allen sei natürlich gegönnt, wenn sie mit dem Deutschlandticket pendeln können. Aber ich vermute das haben sie schon vor den hohen Spritpreisen getan und nicht erst jetzt als Reaktion auf den aktuellen Preissprung an den Zapfsäulen.
Das ich heute zwei Preistafeln fotografiert habe fiel zufällig mit einer Ankündigung der Bundesregierung zusammen. Es soll wieder einen »Tankrabatt« in Deutschland geben, zudem wurde ein »Spritpreisdeckel« ab Januar 2027 in Aussicht gestellt.
Der befristete Tankrabatt soll durch eine Senkung der Energiesteuer erreicht werden. Durch die Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent je Liter soll in Kombination mit der Mehrwehrtsteuer ein Tankrabatt von etwa 17 Cent pro Liter an der Zapfsäule als Entlastung entstehen. Befristet ist dieser Tankrabatt bis zum Jahresende 2026, beginnen soll er am 1. Oktober 2026. Also ist es genau genommen die Wiederholung der Maßnahme, welche bereits vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2026 lief.
Ich bin skeptisch, ob es wirklich helfen wird. Bereits der letzte Tankrabatt ist nicht vollumfänglich an den Zapfsäulen angekommen. Es wird somit genau das wiederholt, was schon einmal gemacht und ausgiebig kritisiert wurde. Von den rechnerisch etwa 17 Cent pro Liter kamen von Mai bis Juni durchschnittlich beim Diesel nur etwa 14 Cent und bei Super etwa 13 Cent an.
Allerdings soll es diesmal geringfügig anders ablaufen. Der erste Tankrabatt hatte keine Nachfolgelösung parat. Die Maßnahme lief aus und es änderte sich nichts weiter. Diesmal soll der Tankrabatt als Übergangslösung bis zur Einführung des »Spritpreisdeckels« dienen.
Die neue Maßnahme mit dem Titel »dynamischer Spritpreisdeckel« soll sich an den Modellen aus Luxemburg und Belgien orientieren. Dort handelt es sich um eine staatlich festgelegte Preisobergrenze. Anders als beim Tankrabatt gibt es keine Subvention aus Steuergeldern, sondern es handelt es sich um ein reguliertes Marktmodell.
Wird der krisenbedingte Höchstpreis für Kraftstoffe eingeführt, müssen sich die Tankstellenbetreiber daran halten. Dieser dauerhaftere Krisenmechanismus soll spätestens zum 1. Januar 2027 flächendeckend in Deutschland in Kraft treten. Die Betonung liegt auf »soll«, denn es ist geplant, aber noch nicht beschlossen.
Als ich heute die Bilder der Preise einer Aral und einer Jet gemacht habe, wusste ich noch nichts vom Tankrabatt und dem Spritpreisdeckel. Eigentlich wollte ich die Bilder nur als »Aufhänger« für den Blogbeitrag verwenden, jetzt fügen sie sich in die Erklärung der geplanten Maßnahmen nahtlos ein.
Beide Tankstellen liegen nur wenige Meter voneinander entfernt, ich hatte sie auch schon Anfang April in meinem Beitrag Kraftstoffpreisneuregelung in Deutschland 2026 (Teil II) zur Erhebung der Preisentwicklung über den Tag verwendet.
Sowohl subjektiv wie auch bei einigen Tankstellen objektiv kann man (also ich) sein Tankverhalten wie folgt planen:
| Zeitfenster | Kraftstoffpreis |
|---|---|
| 12:00 Uhr | Die Preise steigen deutlich an (wegen der 12-Uhr-Regel). |
| 12:30 bis 14:00 Uhr | Die ersten Tankstellen senken die Preise bereits wieder nach 30 Minuten. Teilweise um wenige Cent, teilweise sogar um bis zu 20 Cent. |
| 14:00 bis 16:00 Uhr | Der größte Teil der Tankstellen hat die Preise nach unten korrigiert, es »pendelt sich der Tagespreis ein«, die Preisunterschiede werden geringer. |
| 16:00 bis 08:00 Uhr | Die Preise bleiben stabil, es gibt kaum noch Veränderungen. Wenn Preise gesenkt werden, dann häufig nur um einen Cent – was sich mehrfach wiederholen kann. |
| 08:00 bis 09:00 Uhr | Viele Tankstellen senken noch einmal den Preis um wenige Cent. Teilweise sind es aber auch nur die Anpassungen der Tankstellen, welche nachts geschlossen hatten während die 24-Stunden-Tankstellen noch kleinere Senkungen hatten. |
| 09:00 bis 11:00 Uhr | Keine nennenswerten Änderungen mehr. |
| 11:00 bis 12:00 Uhr | Zwischen 11:30 und 11:45 Uhr kommt es manchmal noch um minimale Senkungen im Centbereich. |
Die Tankstellen, welche ich über Apps im Smartphone im Auge behalten habe, haben meistens schon ab etwa 14:00 Uhr bis um 11:00 Uhr am nächsten Tag einen unverändert niedrigen Stand. Es ist daher fast schon egal ob ich mich um kurz vor 12:00 Uhr »noch schnell wie die anderen anstelle« oder einfach entspannt am Abend oder vormittags zum Tanken fahre.
Selbst beim 80 Liter Tank meines Ranger machen 2 Cent nur maximal 1,60 Euro aus. Den Stress zwischen 11:30 und 12:00 Uhr muss man sich dafür nicht geben.
Noch geringer wären die Auswirkungen bei der Tiger 800. Wenn ich unterwegs bin tanke ich meistens, wenn etwa 13–15 Liter in den Tank passen. Mit weniger als 10 km Restreichweite passen etwa 17 Liter in den Tank.
Die Rechnung ist simpel, bei 15 Litern und einer 2-Cent-Senkung könnte ich 30 Cent sparen. So lange ich nicht um 12:30 Uhr für 2,419 Euro E10 tanke, welche dann eine Minute später auf 2,159 Euro gesenkt werden, habe ich meiner Meinung nach alles richtig gemacht. 😉
Mein aktuelles Problem ist anderer Natur. Ich bin seit dem Batterietausch vermutlich einfach zu wenig gefahren. Heute morgen wollte ich – wie zuletzt vor etwa drei Wochen – mit der Tiger fahren. Ich drehe den Schlüssel, es flakert nur kurz etwas im Display auf – dann blieb es dunkel.
Die Hi-Q HTX14-BS hatte ich im Mai 2023 eingebaut. 62,99 Euro hatte sie gekostet, jetzt ist sie platt. Ich hatte sie zwar immer wieder zwischendurch am Ladegerät und vor etwa drei Wochen klang die Tiger beim Startvorgang auch nicht sonderlich angestrengt. Also erst einmal eine neue Batterie kaufen beziehungsweise bestellen.
Meine Aufgabe für die heutige Nacht ist mich zu entscheiden, ob ich wieder zu AGM greife oder ob es diesmal eine klassische Lithium-Ionen- oder eine LiFePO4-Batterie werden soll.
Als Exkurs: Zuletzt habe ich mich ernsthaft mit dem Thema vor etwa 8 Jahren befasst, damals bin ich aber auch noch gerne in den kühleren Temperaturen gefahren, auch gerne mal bei 5 °C oder weniger.
Mein Stand von damals: sollte man mit AGM machen, nicht mit Lithium-Ionen, denn die mögen die Kälte nicht. Tatsächlich bin ich die letzten Jahre aber nicht mehr in den wirklich kalten Monaten gefahren.
Mitte November bis Anfang März steht sie nur in der Garage, Ausnahmen wie eine HU im Januar passieren sicherlich nicht noch mal. 😉
Die Preise sind natürlich nicht wirklich billiger geworden ich habe jetzt eine für knapp über 150,00 € gefunden. AGM mit relativ guten Bewertungen geht bei ca 60,00 € los.
Was ich in den Jahren aufgeschnappt habe und bei meinen Überlegungen einfließen lassen muss kurz zusammengefasst (für mich selbst als Notiz 😉)
Die klassiche, »brandgefährliche« Lithium-Ionen-Bauweise ist eigentlich schon raus. Ich muss mich also zwischen LiFePO4 (beispielsweise JMT JMT18-FP LiFePO4 für etwa 145,00 Euro) und AGM (beispielsweise VARTA Powersports TX16-BS für etwa 60,00 Euro) entscheiden.
Die Tendenz geht aktuell zur Varta AGM, kostenfreier Versand und das Batteriepfand gibt es dann auch beim Onlinekauf zurück. Die Entsorgung der Altbatterie ist mit Entsorgungsnachweis zum Glück für mich ohne große Umwege fahren zu müssen im Wohnort möglich.
Von Mai bis Juli hat es mein Privatleben durcheinander gewirbelt. Der Fokus was wichtig ist und was nicht, hat sich deutlich verschoben. Daher war ich mit der Tiger auch nur noch dann unterwegs, wenn es sich um notwendige Fahrten von A nach B gehandelt hatte. Tatsächlich habe ich das Motorradfahren komplett vermieden, spätestens ab dem Zeitpunkt, als die Hitze unerträglich wurde.
Jetzt »sortiere« ich mich gerade neu, versuche wieder eine Alltagsstruktur abseits von Arbeit, Essen und Schlafen aufzubauen und beizubehalten. Im übertragenen Sinne war auch mein eigener Akku leer, ich lade ihn gerade wieder auf.
Vor rund sechs Wochen saß ich noch schwitzend im Auto und genauso schwitzend auch im Wohnzimmer. In den ersten beiden Augustwochen wollte es einfach nicht kühler werden und Regen war ein rares Gut. Auch im Wohnzimmer wollte es nicht kühler werden, den die Ausrichtig ist nach Südwest, die in den 1990ern schlecht isolierte Außenwand trägt ihren Teil dazu bei – und wurde seit dem Bau nicht besser isoliert.
Gefühlt ist es Herbst. Morgens sind die Scheiben vom Ranger mit Tau überzogen, ich bin auch nicht mehr im Poloshirt am Schwitzen, sondern trage morgens eine Fleecejacke.
Meteorologisch ist bereits seit dem 1. September »Herbst«. Für die Wetterstatistik fängt der Herbst immer am 1. September an und er dauert dann bis Ende November. Das teilt die Jahreszeiten in volle Monate in Form von Quartalen ein.
Kalendarisch beziehunsgweise astronomisch ist es erst am 23. September soweit. Der Herbstbeginn richtet sich in diesem Fall nach der Tagundnachtgleiche. Im Jahr 2026 fällt diese nachts auf den 23. September.
So richtig Herbst ist es für mich aber erst dann, wenn die Blätter bunt an den Bäumen hängen und am Straßenrand wieder die Kürbisverkaufsstände aufgebaut sind.
Ich komme noch einmal zurück zum Thema Spritpreise, Tankrabatt und wie ich mir die nächsten Wochen vorstelle. 13 Tage muss ich noch irgendwie überbrücken, dann ist der 1. Oktober. Dann sollte der neue Tankrabatt greifen und ich hoffe, dass die Preise bis dahin nicht noch weiter gestiegen sind.
297 km Restreichweite zeigt der Tacho im Ranger an. Der Tacho der Tiger schweigt, ohne geladene Batterie erhalte ich keine Auskunft. Mal sehen ob der Plan irgendwie aufgeht, ich glaube ehrlich gesagt nicht wirklich daran.
Jetzt muss ich mich aber erst einmal zu LiFePo4 weiter einlesen und Zweit- und Drittmeinungen im Internet einholen. 😉
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